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'''Glas''' (von , Wintersemester 2018/19. In: TU-Freiberg.de</ref> durchgeführt.

  • Eine weitere häufig eingesetzte Oberflächenveredelungsmethode ist die Entalkalisierung der Glasoberfläche. Durch Reaktion der heißen Glasoberfläche mit aggressiven Gasen (z. B. HCl oder SO2) bilden sich mit den Alkalien aus dem Glas Salze, welche sich auf der Glasoberfläche abscheiden. Das an Alkalien verarmte Glas zeigt infolgedessen eine erhöhte chemische Beständigkeit.

    Anlauffärbung

    Zu den Anlaufgläsern gehören die durch gefärbten Gläser, die hauptsächlich in silikatischen Gläsern mit hohen Zink- und gehalten Anwendung finden. Am häufigsten werden hierfür oder in geringen Prozentbereichen zugegeben, aber auch andere Metallchalkogenide sind denkbar.

    Kolloidale Färbung

    Kolloidalgefärbte Gläser werden oft auch als ''(echte) Rubingläser'' bezeichnet. Bei diesen Gläsern werden Metallsalze der Schmelze zugegeben. Zunächst ergibt sich ebenfalls ein farbloses Glas. Durch eine anschließende Temperaturbehandlung werden Metalltröpfchen aus der Glasmatrix ausgeschieden und wachsen an. Die Farbwirkung der Kolloide beruht sowohl auf der Absorption des Lichtes durch die Teilchen als auch der des Lichtes an ihnen. Je größer die erzeugten Kolloide werden, umso mehr nimmt ihre Extinktion zu. Gleichzeitig verschiebt sich die Wellenlänge ihrer maximalen Absorption zu langwelligerem Licht hin. Außerdem nimmt mit zunehmender Kolloidgröße der Effekt der Streuung zu, jedoch muss hierfür die Größe des Kolloids sehr viel kleiner als die Wellenlänge des zu streuenden Lichtes sein.

    Farbwirkung einzelner Bestandteile (Auswahl)

    Die nachfolgende Liste enthält einige der häufigeren zur Färbung genutzten Rohstoffe, unabhängig von deren Farbgebungsmechanismus.

    • bei reduzierenden Schmelzbedingungen.
    • ''.
    • (III)-oxid: wird in Verbindung mit Eisenoxid oder allein für die Grünfärbung verwendet.
    • des Urans wird es heutzutage nicht mehr verwendet.
    • oder Safflor genannt wird.
    • oxid: violett, rötlich; es dient auch für die Graufärbung und zur Entfärbung.
    • n) verwendet.
    • '' bezeichnet, die rote als ''Selenrubin''.
    • : ergibt feines Silbergelb.
    • : Es erzeugt gelb bis bernsteinorange Farben.
    • : rosa bis purpur, lila
    • : grün
    • : gelb
    • : intensiv rosa
    • ).

    Entfärbung von Gläsern

    Die Entfärbung eines Glases ist dann notwendig, wenn durch Verunreinigungen der Rohstoffe größere Mengen an farbgebenden Bestandteilen im Glas vorhanden sind ''(ungewollter Farbeffekt)'', oder falls in der regulären Glasproduktion ein Erzeugnis anderer Farbe hergestellt werden soll. Die Entfärbung eines Glases kann sowohl chemisch, als auch physikalisch geschehen. Unter der ''chemischen Entfärbung'' werden Änderungen an der Chemie des Glases verstanden, die zur Folge haben, dass die Färbung reduziert wird. Dies kann im einfachsten Fall durch eine Veränderung der Glaszusammensetzung geschehen. Sollten poly Elemente in der Schmelze vorliegen, entscheidet neben deren Konzentration auch deren über die Farbwirkung. In diesem Fall kann ein veränderter Redoxzustand einer Glasschmelze die Farbwirkung des fertigen Produktes ebenfalls beeinflussen. Sofern eine Färbung des Glases durch Chalkogenide (Anlauffärbung) verursacht ist, kann der Schmelze zugegeben werden. Diese bewirken eine der Chalkogenide in der Glasschmelze. Eine weitere Möglichkeit, Fehlfarben in einem Glas zu kompensieren, stellt die ''physikalische Entfärbung'' dar. Dazu werden kleinste Mengen farbgebender Bestandteile der Schmelze zugegeben. Grundsätzlich dient die zur Beseitigung von Farbstichen. Dadurch entsteht der Effekt eines farblosen Glases. Mit steigender Intensität der ursprünglichen Fehlfärbung werden auch höhere Mengen an Entfärbungsmitteln notwendig, wodurch das Glas zwar farblos, aber zunehmend dunkler wirkt. Entfärbemittel werden n (auch ''Glasseifen'') genannt.

    Phototropie und Elektrotropie

    Hierbei handelt es sich um Färbungen und Entfärbungen, die unter dem Einfluss von mehr oder weniger Sonnenlicht zustande kommen; sie eignen sich für bei starkem Sonnenlicht automatisch dunkel werdende Brillengläser.

    Ein ähnlicher Effekt ist mit einem veränderlichen elektrischen Feld erzielbar; er wird u. a. für verdunkelbare Windschutzscheiben verwendet.

    Einstellung der Glaseigenschaften allgemein

    Glaseigenschaften können mittels statistischer Analyse von Glasdatenbanken ermittelt und optimiert werden. Sofern die gewünschte Glaseigenschaft nicht mit Kristallisation (z. B. ) oder Phasentrennung in Zusammenhang steht, ist einfache lineare anwendbar, unter Zuhilfenahme Gleichungen der ersten bis zur dritten Ordnung. Viele Verfahren zur Vorausberechnung von Glaseigenschaften sind hauptsächlich empirischer Natur.

    Die nachstehende Gleichung zweiter Ordnung ist ein Beispiel, wobei ''C'' die Konzentrationen der Glaskomponenten wie Na2O oder CaO darstellen. Die ''b''-Werte sind variable Koeffizienten, und ''n'' ist die Anzahl aller Glaskomponenten. Der Glas-Hauptbestandteil SiO2 ist in der dargestellten Gleichung ausgeschlossen und wird mit der Konstante ''bo'' berücksichtigt. Der Großteil der Glieder in der Beispielgleichung kann aufgrund von Korrelations- und Signifikanzanalyse vernachlässigt werden. Weitere Einzelheiten und Anwendungen siehe.

    <math>\text{Glaseigenschaft} = b_0 + \sum_{i=1}^n \left(b_\mathrm{i}C_\mathrm{i} + \sum_{k=i}^n b_\mathrm{ik}C_iC_\mathrm{k} \right)</math>

    Oft ist es erforderlich, mehrere Glaseigenschaften sowie die Produktionskosten gleichzeitig zu optimieren. Dies geschieht mit der , wodurch der Abstand zwischen den gewünschten Eigenschaften und den vorausberechneten einer fiktiven Glassorte durch Variation der Zusammensetzung minimiert wird. Es ist möglich, die gewünschten Eigenschaften unterschiedlich zu wichten.

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    |+ Zusammensetzungen wichtiger Gläser

  • zur Veränderung des
    • (absorbiert auch Röntgenstrahlung)
  • :
    • für
  • wird verwendet, um Glas gegen und zu stabilisieren.
  • oxid als Zusatz verändert die thermischen und elektrischen Eigenschaften.
  • erhöht die .
  • Geschichte der Glasherstellung

    ''siehe: ''

    Märkte für Glas

    Glas ist ein vielseitiges Material, das in vielen Bereichen des täglichen Lebens zum Einsatz kommt. So spielt Glas eine wichtige Rolle in Forschung und Wissenschaft, in der modernen Architektur sowie in Zukunftsbranchen. Kernbereiche, in denen Glas eingesetzt wird, sind: Bauindustrie, Ernährungs- und Getränkeindustrie, Kraftfahrzeugindustrie, Elektro(nik)industrie, Haushalt und Gastronomie, Medizin, Forschung und Wissenschaft, Chemie, Pharmazie, Kosmetik, Möbelindustrie und Innenausbau, Kunststoff- und Textilindustrie.

    Kunsthandwerk und Glaskunst

    Ägypten

    Das Glashandwerk im pharaonischen Ägypten lässt sich bis an den Beginn der 18. Dynastie zurückverfolgen; zunächst handelt es sich dabei um Kleinfunde wie Perlen, Amulette oder Kettenglieder sowie farbigen Einlagen in den typischen ägyptischen Schmuckobjekten (z. B. Pektorale). Diese sind meist in Türkis oder Dunkelblau gehalten, da sie solche Objekte aus Lapislazuli oder Türkis imitieren sollten; dies galt nicht als ''billiger Schmuck'', sondern die Imitation dieser edlen, hoch machtgeladenen Steine galt als besondere ''Kunst''. Das Verfahren war für die damalige Zeit sehr aufwändig und man arbeitete solche Kleinfunde aus Rohglasstücken, ganz und gar vergleichbar mit solchen aus Stein. Dafür spricht auch, dass ein ägyptisches Wort für ?Glas? so nicht existierte; es hieß ''künstliches Lapislazuli'' bzw. ''künstliches Türkis'' im Gegensatz zum wahren/echten Türkis bzw. Lapislazuli.
    In der ''Ersten ägyptischen Glaskunstblüte'' (18. bis 20. Dynastie) traten stabgeformte Gefäße auf (die auch kerngeformt genannt werden, nach der ''Sandkerntechnik''). Sie gehen auf Vorbilder zeitgenössischer Gefäße, insbesondere solchen aus Stein, zurück. Als Dekor entstanden Fadenverzierungen in Zickzack- oder Girlandenform in Gelb, Weiß, und Hellblau sowie tordierte Fäden im Hell-Dunkel-Kontrast, manchmal wurden sie auch monochrom belassen und nur die Henkel oder Schulterumbrüche durch Fadenzier betont. Die ägyptischen Glasgefäße dienten der Aufbewahrung von Kosmetika wie Salben, Ölen, Parfümen und Augenschminke. Das stark gefärbte, undurchsichtige Glas wirkte konservierend.

    In der Spätzeit (ab der 3. Zwischenzeit bis zur Griechischen Epoche) blieb das Hohlglashandwerk unterrepräsentiert, nur gelegentlich kamen Hohlgläser vor, weiterhin in Form von kleinen meist unverzierten Salbgefäßen. Dagegen waren Glaseinlagen in Schmuck oder Figuren nicht selten und wurden wie zuvor den Edelsteinen gleichrangig behandelt. In der hellenistischen Zeit gewann die Glasproduktion wieder an Bedeutung, auch in Ägypten. Zusammen mit neuen Herstellungstechniken trat eine völlig neue Formenwelt auf, ist aber nicht für Ägypten, sondern eher zeittypisch. Bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. hatte sich Rhodos als wichtiges Zentrum der Glasherstellung etabliert. Neben n und Perlen fanden sich nun Mosaikschalen und die Gefäße der ''Canossa-Gruppe''.

    Römisches Reich

    Im 1. Jahrhundert stieg die Glasproduktion derart, dass das vormals rare und teure Material für weite Kreise erschwinglich wurde. Eine umfangreiche Produktion von Trinkgefäßen, Krügen, Schalen und Tellern setzte ein, anfangs meist manuell geformt oder abgesenkt, dann zunehmend mundgeblasen. Eine Vielzahl hochwertiger Spezialgläser beweist handwerkliche Meisterschaft, so die Mosaik-Fadengläser, Kameogläser, , Gläser mit Emailmalerei und besonders die , meist glockenförmige, prunkvolle Leuchtgefäße in Netzglastechnik, die bis heute wegen ihrer künstlerischen Qualität bewundert werden. Eines der berühmtesten römischen Gläser ist der im Besitz des befindliche ''Lykurgosbecher'' aus dem 4. Jahrhundert, an dem eine dreidimensionale figurative Darstellung angebracht ist, die im Gegenlicht rot und im Auflicht opak-gelbgrün erscheint.

    Venezianisches Glas

    Venedig etablierte ab der Hälfte des 15. Jahrhunderts seinen internationalen Ruf als exquisiter Glashersteller mit der ?Erfindung? des ''cristallo''. Diese Neuerung beruht auf der Einführung eines vorgelagerten Prozesses bei der Herstellung des vitrum blanchum, bei dem aus der Levantine-Asche unerwünschte Stoffe wie Eisen, die das Glas verunreinigten, entfernt wurden. Diese Weiterentwicklung geht auf den Muraneser maestro Angelo Barovier zurück. Über die Variationsbreite der venezianischen -Gläser, ihre Formen und Dekore geben vor allem Gemälde aus naher Umgebung Venedigs, aber auch niederländische und flämische Auskunft. Es handelt sich größtenteils um Becher, Schalen, Kannen und Flaschen, die aus hohl geblasenen n zusammengesetzte Schäfte mit flachen Füßen hatten. Diese Schäfte wurden an dem späten 17. Jahrhundert immer ausgeklügelter, Flügel wurden in phantasievollen Ornamenten und figürlichen Dekorationen angesetzt, manchmal war auch der Schaft in figürlicher, beispielsweise in Tiergestalt ausgeführt.

    Für die gab es besondere Veredelungstechniken. Beim ''Eisglas (ital. ghiaccio)'' hergestellt durch Abschrecken in eiskaltem Wasser oder durch Rollen über kleine Splitter, wird auf der Oberfläche ein Effekt wie bei einem durch n überzogenen Fensterglas erzielt. Beim '''' (</ref>

    Als fand der venezianische Stil trotz aller Versuche der , ihre Kunst geheim zu halten, Zugang in die Länder nördlich der Alpen.

    Schmucktechniken im Barock und Rokoko

    es Schnittglas (und -Glas) vornehmlich aus Böhmen und Schlesien, aber auch Nürnberg, Brandenburg und Sachsen, seltener Thüringen, Hessen, Norddeutschland und den Niederlanden lief ab dem 18. Jahrhundert venezianischem Glas den Rang ab, da deren Glas für den Glasschnitt und Glasschliff aufgrund seiner Dünnwandigkeit nicht geeignet war.

    Die Formen mit Fuß, -Schaft und dünnwandiger ähnelten dem farblosen venezianischen Glas, jedoch ohne Flügel und wiesen eine stärkere Wandung auf. In Potsdam, Schlesien, Böhmen, Kassel und anderen Gebieten experimentierte man mit den Rezepten von Glas, um eine Masse herzustellen, die den Schliff und Schnitt erlaubte. Die Themen des Schnittes waren vielseitig. Jagdszenen waren häufig, Landschaften, aber auch allegorische Figuren mit Beischriften, Blumen- und Blattornamente sowie zeitgenössische Persönlichkeiten und Schlachtenszenen.

    Bereits im 17. Jahrhundert signierten Glasschneider vereinzelt ihre Werke und auch aus dem 18. Jahrhundert sind Glasschneider bekannt, etwa: und Friedrich Winter prägten den Glasschnitt Schlesiens wie und denjenigen von Potsdam, arbeitete für , stand im Dienst des und arbeitete in den Niederlanden.

    Gelegentlich weisen die barocken Schnittgläser Vergoldungen an Fuß, Schaft oder am Lippenrand auf. Im 18. Jahrhundert waren auch die Zwischengoldgläser beliebt. Für deren Herstellung wurden zwei Gläser verwendet, wobei eines passgenau in das Zweite, daher größere Glas, passte. Auf die Außenwand des inneren Glases wurde eine Goldfolie aufgelegt und mit einer Radiernadel Motive darin eingeritzt. Dann wurde es in das zweite Glas eingepasst und weiterverarbeitet.

    Von der her kam die Technik der , die in anderem Zusammenhang bereits im Mittelalter bekannt war. und prägten diese Kunst in Nürnberg und Schlesien, Böhmen und Sachsen.

    Eine rurale Veredelungstechnik barocken Glases ist die , was diese Technik in die Nähe der Porzellanmalerei rückt.

    Biedermeierglas

    Die Engländer übernahmen im 18. Jahrhundert die Arten und Formen der böhmischen Gläser und beherrschten mit Hilfe der Reinheit ihres s, dessen hervorragende lichtbrechende Eigenschaften durch den Brillantschliff wirkungsvoll zur Geltung kamen, Anfang des 19. Jahrhunderts schließlich den zu der Zeit von klassizistischen Geschmacksvorstellungen geprägten Markt. Um den Vorsprung der Engländer wettzumachen, bemühten sich die böhmischen Glasfabrikanten um größere Reinheit ihres bleifreien es. Zugleich nutzten sie alle Möglichkeiten des Musterschliffes für abwechslungsreiche Dekore und versuchten vor allem auch, billiger zu produzieren. Das Ergebnis dieser Anstrengungen lässt sich an den meisterlich geschliffenen Biedermeiergläsern ablesen, die als bewundernswerte Beispiele kunsthandwerklichen Glasschliffs gelten.

    In den 1830ern erreichte der stil seinen Höhepunkt. Um Produktion und Absatz auszuweiten, bereicherten die Glashütten nach 1840 ihr Angebot mit dem neuentwickelten Farbglas und verdrängten damit das farblose Glas mehr und mehr vom Markt. Besonders die nordböhmischen Glashütten gestalteten ihre Gläser in immer wirkungsvollerer Farbigkeit. Im Zuge dieser Entwicklung verlor jedoch der Glasschliff gegenüber der Buntheit der Dekore an Bedeutung, Form und Schliff wurden nicht zuletzt aus Kostengründen zunehmend einfacher.

    Die Mannigfaltigkeit der aus Farbglas und bzw. gebeiztem (siehe ) Kristallglas mit Schnittdekor sowie aus ( und , das mit Gold, Email- und Transparentfarben bemalt wurde) hergestellten Produkte erreichte schließlich ein bis dahin nicht gekanntes Ausmaß. Gängig waren zum Beispiel Trinkgläser und Karaffen aus buntem Glas, ganze Likör- und Dessertservice, Garnituren für Kommoden und Waschtische, Schreibzeuge und Parfümflakons, Schalen, Teller, Tafelaufsätze, und vor allem Vasen. Hinzu kamen die unzähligen Andenken- und Freundschaftsgläser, Dekorations- und Ehrenpokale, außerdem Exportartikel wie und Sprenggefäße für Rosenwasser.

    Jugendstilglas

    Um 1900 waren sich die Gestalter der jungen Generation einig in ihrer Abkehr vom überkommenen . Für das daraus resultierende kunstgewerbliche Streben nach neuen, frischen, originellen Ausdrucksformen auf der Basis alter handwerklicher Techniken bürgerte sich im deutschsprachigen Raum, den Niederlanden und den Nordischen Ländern der Begriff ein, während sonst die Bezeichnung ''Art nouveau'' gebräuchlich ist. Die Fantasie der Jugendstil-Künstler wurde vor allem von der Farben- und Formenwelt des fernen Ostens beflügelt. So sind die wesentlichen Teile oder Elemente des Jugendstils durch dekorativ geschwungene Linien sowie flächenhafte florale e und gekennzeichnet.

    Glas nahm in der Entwicklung des Jugendstils eine zentrale Rolle ein. Der Grund dafür ist in den gestalterischen Möglichkeiten zu suchen, die dem angestrebten organischen Wesen der Formgebung entgegenkamen. Die Zusammenarbeit von Designern und Handwerkern brachte fantasievolles, in limitierten Auflagen von Hand hergestelltes Atelierglas hervor, das durch die Vielfalt der Farbeffekte besticht. Französische Glasmacher wie und die schufen geschnittenes und geätztes Überfangglas in kräftigen Farben. Das böhmische Jugendstilglas hat seinen guten Ruf vor allem Max Ritter von Spaun, Besitzer der Firma in in Böhmen, zu verdanken. Von jenseits des Großen Teiches, aus New York, kamen das irisierende Glas und die berühmten, in Europa als beispielhaft angesehenen Kreationen von .

    Der konstruktive Stil, der bestrebt war, alle Formen mit Hilfe einfachster Gebilde wie Quadrat, Rechteck, Kreis und Ellipse zu gestalten und starke Farbgegensätze zu verwenden, wurde am konsequentesten von der Wiener Schule verfolgt. Ihre führenden Repräsentanten waren und .

    Mit den wachsenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten in der Zeit des Ersten Weltkrieges ging die Ära des Jugendstils zu Ende. Sie währte knapp zwanzig Jahre, ihre Auswirkungen sind jedoch weiterhin spürbar.

    Fusing

    Beim Fusing (dt. Verschmelzung) oder Fusen (neudeutsch für Glasverschmelzung) werden verschiedene (weiße oder farbige, eventuell mit Glasschmelzfarbe bemalte) Glasstücke bei 780?900 °C miteinander verschmolzen. Die Schmelztemperatur ist von Zusammensetzung und Dicke der Gläser abhängig. Temperaturbeständige Gegenstände, wie etwa Metalle, können mit eingeschmolzen werden.

    Fusing ist in seinen Grundlagen, nach bisherigem archäologischem Wissensstand, ein mindestens 2200 Jahre altes Glasverarbeitungsverfahren. In den letzten Jahrzehnten wurde es zu einer der vielseitigsten und technisch anspruchsvollsten Glasverarbeitungstechniken weiterentwickelt. Viele -Technik), großen künstlerisch gestalteten Fenstern und anderen Glaselementen in Architektur und Innenarchitektur.

    Folgende Grundvarianten des Fusing werden unterschieden:
    1. Relief (engl. ''tack fuse'')
    2. Vollverschmelzung (engl. ''full fuse'')
    3. Glasfluss (franz. ''''), Glaspaste wird in Form geschmolzen.

    Konventionell handwerklich kann Fusing folgendermaßen ablaufen: Aus verschiedenfarbigen Glasplatten werden passende Teile mit einer besonderen Zange abgezwickt oder mit einem Glasschneider abgeschnitten. Die Glasstücke setzt der Glaskünstler dem Entwurf entsprechend zusammen, beispielsweise als Muster für den Rahmen eines Spiegels oder für die Herstellung einer Glasschüssel. Zwischenräume werden oft mit Glaspulver aus zerstampften Glasplatten ausgefüllt. Nun werden die Stücke in einem verschmolzen. Die Temperaturen werden so gewählt, dass das Glas noch nicht als Flüssigkeit verläuft, alle Glasteile und Partikel aber eine dauerhafte Verbindung eingehen. Bei entsprechender Temperaturführung kann ein vollkommen geschlossener und harter Glaskörper hergestellt werden. Dieser Brennvorgang dauert, abhängig von Dicke und Durchmesser des Glases, etwa 18 bis 22 Stunden.

    Der Glaskörper wird zunächst zu einer flachen Platte verschmolzen, die bei Bedarf in einem zweiten Arbeitsgang in einem Glasschmelzofen weiter geformt wird, z. B. wenn daraus eine Glasschüssel entstehen soll. Dazu werden Trägerformen oder Modelle verwendet, die oft aus Ton oder unglasierter Keramik bestehen. In konkave Modelle kann sich die erhitzte Glasplatte absenken und über konvexe Modelle kann sie sich aufbiegen. Die Form muss etwas größer als die Glasplatte sein, da Glas sich bei Erwärmung ausdehnt und beim Abkühlen zusammenzieht. Auf die entstandenen Objekte können nach dem Abkühlen Glasveredelungstechniken angewendet werden: , , Schleifen, oder Ätzen.

    Eine fortgeschrittene Anwendung des Verfahrens ist die Herstellung großer selbsttragender Glasscheiben oder Glasobjekte, die beispielsweise als Gegenwartskunst oder als Kirchenkunst künstlerisch kontrolliert gestaltet werden können. Dafür werden auch industriell hergestellte Glasbruchstücke (Fritten) und Glaspulver aus farblosen und farbigen Gläsern verwendet. Beispiele für Fusingtechnik in der Glaskunst schafft die Künstlerin .

    Die Herstellung derartiger ''Fusing-Stücke'' setzt künstlerisches Talent und die Kenntnis der Verfahrenstricks voraus. So müssen die zusammengeschmolzenen Gläser den gleichen Ausdehnungskoeffizienten (AKW) haben und die Erhitzung und Abkühlung des Glases muss genau kontrolliert bestimmten Temperaturkurven folgen. Andernfalls können im Glas mechanische Spannungen entstehen, die es zerreißen oder zerspringen lassen. Große Fusing-Stücke können daher nur in einem Flachbett in digital gesteuerten Brennöfen hergestellt werden.

    Besonders fortgeschrittene Glaskünstler verwenden Glasöfen der Bauart ''Glory Hole'', weil sie es gestatten, kleinere Glasmassen direkt in verschiedenen angeschmolzenen oder nahezu flüssigen Zuständen künstlerisch zu bearbeiten. Glas wird dabei immer wieder für einen neuen Arbeitsgang durch das Loch in der Ofenwand gehalten und aufgeheizt, um es dann außerhalb des Ofens bearbeiten zu können.

    Zur ebenso direkten Bearbeitung dienen Öfen mit ausziehbarem Flachbett. Das im Flachbett liegende Glas wird auf Bearbeitungstemperatur gebracht und dann für kurze Zeit aus dem Ofen hervorgezogen. Unter Beachtung der richtigen Verfahren und Vorsichtsmaßnahmen werden dann beispielsweise Chemikalien, Metallstaub oder farbige Glaspulver auf das angeschmolzene oder geschmolzene Glas gebracht. Besondere Kenntnisse setzt es voraus, mit Werkzeugen direkt gestalterisch in diese Glasmasse einzugreifen.

    Eine weitere neue Variante ist die Pàte-de-Verre-Herstellung großformatiger Glasplastiken.

    Siehe auch

    Glasarten und Verwandtes

    Herstellung

    Medizin

    In der Medizin werden .

    Spezifika

    Sonstiges

    • Europäisches Flakonglasmuseum am Rennsteig

    Literatur

    Glaschemie

    • G. H. Frischat: ''Glas ? Struktur und Eigenschaften.'' In: ''.'' 11. Jahrg., Nr. 3, 1977, S. 65?74,

    Glasherstellung und Glastechnik

    • Jürgen Dispan: ''Glasindustrie in Deutschland. Branchenreport 2013''. Stuttgart (= ''IMU-Informationsdienst.'' Nr. 3-2013).

    Geschichte der Glasherstellung

    • Heinrich Maurach: ''Glas als Wort und Begriff.'' In: ''Glastechnische Berichte.'' Band 25, 1952, S. 1?12.

    Kunsthandwerk und Glaskunst

    • S. M. Goldstein: ''Pre-Roman and Early Roman Glass in the Corning Museum of Glass.'' Corning, New York 1979 und 1989.
    • D. B. Harden: ''Ancient Glass I: Pre-roman.'' In: ''Archaeological Journal.'' Band 125, 1968, S. 46?72.
    • D. B. Harden: ''Glass of the Caesars.'' Mailand 1987.
    • C. Isings: ''Roman Glass from Dated Finds.'' Groningen/Djakarta 1957.
    • H. A. Kordmahini: ''Glass from the Bazargan Collection.'' Iranian Cultural Heritage Organization, , Teheran 1988.
    • N. Kunina: ''Ancient Glass in the Hermitage Collection.'' Leningrad 1997.
    • S. Matheson: ''Ancient Glass in the Yale University Art Gallery.'' New Haven, Connecticut, 1980.
    • M. Nenna: ''La verrerie.'' In: ''Bahrein. La civilisation des deux mers de Dilmoun à Tylos.'' Institut de Monde Arabe, Paris 1999, S. 181?191.
    • , R. Brill, D. Barag, (Hrsg.): ''Glass and Glassmaking in Ancient Mesopotamia.'' Corning 1970.
    • R. W. Smith: ''Glass from the Ancient World.'' Cornin 1957.
    • Hugh Tait (Hrsg.): ''Five Thousand Years of Glass.'' British Museum Press, London 1991, ISBN 0-7141-1756-0.
    • Olov Vessberg: ''Roman Glass in Cyprus.'' In: ''Opuscula Archaeologica.'' Band 7, 1952, S. 109?165.
    • David Whitehouse: ''Roman Glass in the Corning Museum of Glass.'' Band 1. Corning, NY 1997.
    • ''Journal of Glass Studies.''

    Restaurierungen historischen Glases

    • ''Glas.'' In: . Niemeyer, Hameln 1989, ISBN 3-87585-152-8, S. 405?424.

    Weblinks

    • '''' (PDF; 60 kB) Originaltext von zur Entdeckung des Glases (mit deutscher Übersetzung von Wolfgang Kilb).
    • ''.'' In: ''Planet Wissen.'' Abgerufen am 1. Juli 2010 (Artikel und Videos zu den Themen: Geschichte und Herstellung von Glas).
    • '''' speziell über römisches Glas und seine Herstellung in Antike und Replik. Abgerufen am 6. Mai 2009
    • Martin Weiß (Hrsg.): ''.'' Abgerufen am 8. März 2012.
    • Mathias Hennies: ''.'' In: ''Studiozeit. Aus Kultur- und Sozialwissenschaften.'' Deutschlandfunk, 26. Feb. 2009, abgerufen am 26. Feb. 2009.
    • Rudolf Bergmann: ''.'' In: Geographische Kommission für Westfalen (Hrsg.): ''Westfalen regional ? die landeskundliche Online-Dokumentation über Westfalen.'' Münster 2009
    • , Dessau
    • Auswahl von aus der Fernsehsendung '''' des Bayerischen Rundfunks mit ausführlichen Beschreibungen von Glas-Objekten

    Einzelnachweise